Däumling

Daumen

Am frühen Morgen lief der Daumen zum Bach, füllte seine kleinen Taschen mit weißen Kieselsteinen und ging wieder nach Hause. Ist man so klein wie Nils Karlsson Däumling, wirkt alles andere sehr, sehr, sehr groß. Viele Beispiele für übersetzte Sätze mit "Däumling" - Englisch-Deutsches Wörterbuch und Suchmaschine für englische Übersetzungen. Der kleine Daumen: ein Märchen von Charles Perrault. Sie suchen die folgende Straße: Däumling in Frankfurt am Main in unserem Stadtplan.

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In diesem Beitrag geht es um das kleine Däumchen. Zur gleichnamigen Filmadaption von 1958 vgl. Der kleine Däumling. Die kleine Däumeline ist ein Marchen, das in seiner in Europa am meisten verbreitetsten Version auf das Gemälde Le Petit Perrault des Franzosen Charles Perrault zurückgreift, das 1697 als Teil seiner Märchensammlung meiner Schwiegermutter Goose (Les Contes de ma mère l'Oye) auftauchte.

In Bechsteins deutschem Geschichtenbuch steht der kleine Däumelink 1845 als Nr. 39, später als Nr. 34 (1867). Die Ungeheuer entdecken die Waisenkinder (Gustave Doré). Der arme Holzfäller und seine Ehefrau haben sieben Soehne, von denen der juengste bei der Geburt nicht groesser als ein Daumendruck ist. Allerdings hört der Däumling die Unterhaltung mit, und als die Mütter die Kleinen am folgenden Tag in den finsteren Regenwald bringen, fällt er auf dem Weg dahin kleine Schotter.

Wenn die Sieben endlich in Ruhe gelassen werden, beginnen die Älteren zu schreien, aber der Daumen bringt sie auf den mit den Kieselsteinen gekennzeichneten Weg zurück nach hause. Inzwischen hat der Vermieter zehn Ecus zu ihren Müttern gesandt, mit denen sie viel zu sich nehmen können, wenn die Nachkommen wiederkommen.

Doch das Glück der Mütter hält nur so lange an, wie das ganze Kleingeld hält, und bald entscheiden sie sich wieder, die Kleinen im dunkelsten Teil des Waldgebietes im Stich zu lassen. Weil er diesmal keine Steine hat, fällt die Däumeline auf dem Weg in den Regenwald Krümel, die aber von Voegeln gefressen werden.

Nach einer Weile Wanderung durch den Regenwald kommen die sieben Geschwister zu einem einsamen Hause, in dem ein Unhold mit seiner Ehefrau und seinen sieben Kindern lebt. Das gutmütige Weib des Ungeheuers holt die Kleinen herein, gibt ihnen Nahrung und verbirgt sie unter dem Bette ihres Mannes, der gern kleine Söhne ißt.

Wenn der Unhold nach hause kommt, wittert er das menschliche Fleisch in seinem Heim (Je sens la chair fraîche) und findet die beiden in ihrem Unterstand. Nach dem Einschlafen seiner Geschwister tauscht der Daumen die Krone der ungeheuerlichen Tochter gegen die Schlafmütze seiner Mitbrüder. Wenn der Unhold sich entscheidet, die Kleinen gleich in der Nacht im Rausch des Weines zu töten, spürt er die Kopfbedeckung der Schläfer in der pechschwarzen Schlafkabine und schlitzt damit seinen eigenen Tochter die Gurgel auf.

Die Daumen wecken seine Geschwister und fliehen mit ihnen aus dem Hause. Er schläft müde auf dem Fels ein, unter dem sich die sieben Kleinen versteckt halten, und der Daumen klaut seine Sohlen. Dann geht er zum Hause des Ungeheuers und überzeugt seine Ehefrau unter dem Deckmantel, dass der Ungeheuer in die Hand von Verbrechern geraten ist und hat ihm befohlen, das Loskaufgeld mit den Stiefeln der sieben Meilen so schnell wie möglich zu bringen, um ihm all ihre Kostbarkeiten zu übergeben.

Geladen mit diesen Schätzen kommt er zum Hause seines Vater zurück. In seiner Märchenerzählung gibt Perrault ein alternatives Ende der Sage. "Manch einer sagt ", so Perrault, "dass die Däumeline zuerst mit ihren sieben Meilenstiefeln an den königlichen Hof geht. Wenn der Daumen ihm die Nachricht von einer 200 km entfernten Streitmacht vor Ende des Tags bringt, versprach ihm der Koenig eine hohe Belohnung.

Wie alle acht Wettbewerbe der Märchenkollektion schließt das Kindermärchen mit einer reimenden Sittlichkeit, die zeigt, dass die unauffälligsten Kinder ein Geschenk für die ganze Familie sind. Das Hauptproblem der narrativen Forschung in diesem Marchen ist, wie getreu dem Leitsatz der mündlichen Überlieferung des Volksmärchens folgt.

Der Vorwurf der Gebrüder Grimm im Vorwort zu ihren Kinder- und Haushaltsmärchen (1812), Peraults Vorzug liegt darin, dass er nichts hinzugefügt und die Dinge als solche belassen hat, kleine Dinge besiedelt, nicht verändert,[1] wird bereits durch die Forschungen im späten 19. Jahrhundert teilwiderlegt. Perrault hat in der Tat wenigstens zwei eigenständige Sujets im "Little Thumbelow" gemischt.

Im seitdem kontinuierlich ausgebauten Verzeichnis Aarne-Thompson wird dem Mythos die Abkürzung AaTh 327 B zugeordnet. Sie repräsentiert damit eine Unterart des Märchens AaTh 327, "Die Kleinen und der Oger". Die Grimmschen Geschichten HÄNSEL und GREETEL als AaTh 327 A werden zu diesem Typus als weitere Unterart gerechnet. Die Schrift bildendes Thema AaTh 327 ist die Nacht der Kleinen im Unholdhaus.

3] Die Verbindung dieses Aktionselements mit dem Austausch der Kopfbedeckung bildet den Subtyp AaDh 327 B. Stith Thompson deutete 1946 zwar noch das MaterialaTh 327 als generisches gesamteuropäisches Material, zu dem Perrault zunächst das Motiv des Austausches hinzufügte, doch neuere ethnographische Forschungen legen nahe, dass es sich bei dem MärchenaTh 327 B um ein sehr altes, auf allen drei Erdteilen der Antike verbreitetes Märchen handelte.

Die Erzählung hat er aus einem ganz anderen Märchengewebe als jene von Anna 327, die im Verzeichnis Aarne-Thompson als Anna 700, "Der Däumling", verzeichnet ist und die in den Grimm-Kinder- und Hausgeschichten durch KHM 37, Daumendick, wiedergegeben wird. In den meisten in Frankreich belegten Fassungen bezieht sich der Märchenname auf die kleine Statur des Hauptdarstellers; während er in Südfrankreich meist als "Hirsekorn" oder "Korn de millet/grain de poivre" bekannt ist, wird er in Nordfrankreich allgemein als "Daumenkorn" bezeichnet (poucet, pouçot, poucelot, petit poucet).

5] In diesem originellen Daumenmärchen, das sich in England unter dem Titel Tom Thumb großer Popularität erfreut, ist der Hauptdarsteller so winzig groß, dass er von einer Katze aufgefressen wird und in einigen Varianten im Gefecht gegen eine Riesenspinne einen heldenhaften Todesfall erleidet. Im Märchen von Perault wird die Trivialität des Heldes zu Anfang des Marchens deutlich vorgestellt (das Daumenklappern hört auf seine Mutter, indem es sich unter dem Hocker seines Vater versteckt), aber im Laufe der Geschichte ist es nicht aktionstragend und letztendlich unbedeutend.

Zu den Analogien in anderen Erzählungen, die als Reliquien eines verbreiteten Mythos (vor allem im neunzehnten Jahrhundert) oder im jungen Sinn als universale Prototypen der Menschenseele zu lesen sind, gibt es auch einige Literaturmodelle, die direkt Einfluss auf Pérault genommen haben können. Ein solches Beispiel für den "kleinen Daumen" Nennello e Nennella dürfte als vorletzte Geschichte in Giambattista Basiles Bentamerone ( (1634-36) inbegriffen sein.

Sie fällt jedoch nur im Eröffnungsmotiv der "verlorenen" Schüler mit Peraults Däumling zusammen und entfaltet sich im weiteren Verlauf der Handlung etwa in Anlehnung an das Grimmsche Kindermärchen Hansel und Grettel und Brüderchen u. Bruderchen (KHM 15, AaDh 450). Im Jahre 1875 spekuliert Gaston Paris, dass die Gestalt des Daumens ein Nachkomme einer arierischen Göttin sei, die dem veedischen Wishnu und dem hermetischen der antiken Sagenwelt entspricht.

6 ] Laut Yvette Soupe könnte die Ähnlichkeit mit Eremit jedoch ebenso glaubhaft das Resultat von Peraults Lektüre sein wie ein vermuteter arischer Sage nach. Die Parallele des Marchens zur Hymne des gleichnamigen Homers, in der bereits der kaum geborene Eremit das Apollo geweihte Vieh klaut, vom Vater der Götter Zeus für seine Gerissenheit mit Flügelschuhen entlohnt wird (eine offensichtliche Parallele zu den Siebenmeilenstiefeln) und die ihm so zuteil werdende Geschwindigkeit zum Boten der Götter wird (wie der Daumen am Ende von Perraults Geschichte in Königs- und Liebesgottesdiensten zu einem Eilboten befördert wird).

7 ] Der vermeintliche Verfasser der Hymne, der seit Jahren im Mittelpunkt der von Perrault selbst 1687 geschaffenen Abfrage des antiken und modernen literarischen Schaffens steht. Im dritten Teil seiner 1692 veröffentlichten Zeitschrift PARALLÈLES DES ANCENS et DES MODERNE EN CENCE EN CEE (Parallèles des antiken und modernen en ce qui regarde les arts et les sciences) kritisiert Perrault selbst die Hyperbel und vergleicht sie ausdrücklich mit den 7-Meilen-Stiefeln der franz. Volkserzählungen, die ihm sinnvoller erscheinen, da sie von Kindern "als eine Sorte von Pfählen, mit denen die Unholde in kürzerer Zeit lange Abstände überbrücken können", wahrgenommen werden können.

Der freie Umgang Perraults mit seinem Modell verkompliziert auch eine Interpretation im Sinn einer Suche nach der Intention des Autors, und so beschäftigt sich ein großer Teil der sekundären Literatur auch mehr mit folkloristischer Forschungsarbeit, während der literaturwissenschaftliche Aspekt des Werkes verhältnismäßig wenig kritisch betrachtet wird. Das letzte der acht Geschichten aus der Kollektion von Perault, der kleine Bär, wird oft als poetischer Kommentator zum Thema Märchenschrift vorgelesen.

Bei einigen neueren Auflagen der Wettbewerbe wird die " Kleine Däumelinchen " vermisst, weil die Geschichte wegen ihrer außerordentlichen Brutalität als ungeeignet für Kinder galt, so z.B. in der Ausgabe von 1920 für den von Pierre Noury gestalteten Verlagshausflamme. Der kleine Daumen hat, wie die anderen Geschichten von Perault, seinen Weg in die orale Tradition nicht nur in Frankreich gefunden, noch bevor 1745 die erste deutschsprachige Version der Wettbewerbe auftauchte.

13] Als die Gebrüder Grimm nach 1800 im deutschsprachigen Raum mit dem Sammeln von Volkserzählungen anfingen, fand man an vielen Stellen mehr oder weniger textuelle Fassungen von Peraults Erzählungen. Anders als andere Perrault-Märchen wie Sleeping Beauty, The Puss in Boots oder Little Red Riding Hood haben sie jedoch die "Little Thumbs" nicht in ihre Kinder- und Hausgeschichten aufgenommen, weil ihre Motive viel zu sehr dem von den Grimm in Hessen aufgenommenen und von Perraults Thumbel beeinflussten Märchen ähneln[14].

Der kleine Däumling wurde in Deutschland mit der Versetzung von Ludwig Benchstein (1847) bekannter. Die Bechsteinversion weicht nicht nur im Detail von der Perault-Version ab. Außerdem nahm er keinen der beiden von ihm empfohlenen Ausgänge: "Jetzt nahm er einen seiner Geschwister bei jeder seiner Hände, sie packten einander wieder an den Armen, und so ging es, man sah es nicht, mit sieben Meilen Stiefelschritten nach Hause.

Sie waren alle herzlich eingeladen, Däumling riet seinen Vätern, ein wachsames Ohr für seine Geschwister zu haben, er wollte sich nun mit seinen Stiefeln um seinen eigenen Fortschritt kümmern, und als er das kaum sagte, machte er einen Sprung, und er war schon weit weg, ein anderer, und er war mehr als eine halbstündig auf einem Hügel, ein anderer, und er war außer Sichtweite seiner Väter und Geschwister.

"In Moritz Hartmanns Erzählung (in den Erzählungen nach Perrault, Stuttgart 1867) wird der Unhold als " Gigant " bezeichnet, und die beiden Lösungen präsentieren sich nicht als Alternativen, sondern gehen in der Zeit aufeinander zu: Zuerst betrügt der Daumen den Riesenschatz und geht dann in den Dienst des Königes.

Anstelle von Perraults Sittlichkeit schliesst Hartmanns Erzählung mit einer Plattitüde: "So war aus dem kleinen Daumen ein grosser Gentleman geworden, und in seinem Staatswappen waren die Wörter in goldgelben Gothikbuchstaben geschrieben: "Der Mann ist er selbst!

Von Peraults Geschichte inspiriert, schrieb Maurice Ravel seine Arbeit Ma just l'oye, deren zweiter Teil den Namen Peter Sack hat. Im Jahre 1908-1910: Ma Mère l'Oye; Klavierstücke für vier Hände nach Fabel von Madame d' Aulnoy und Pierre Mérault. Die Kinderoper Pollicino von Hans Werner Henze wurde 1980 zur Uraufführung gebracht und steht unter dem Namen Carlo Collodis italienischer Übersetzung von Perraults Geschichte ins Italienisch (Racconti delle destinat, 1876).

1958 drehte George Pal das Material unter dem gleichen Namen wie ein musikalischer Dokumentarfilm. 1958: Der kleine Däumling (Film), Oscar-prämierter Kinofilm (Originaltitel: Tom Thumb), Regisseur George Pal, Calvin Claudel: A Study of Two French Tales from Louisiana. Die Contes de ma mère l'Oye avenue Perrault. Der Oger von Charles Perrault oder das umgekehrte Porträt des Königs.

Die Contes de Perrault und die Mytologie. Die Contes de Perrault. Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Häusermärchen. Daumen und Menschenfresser. Das ist Charles Perrault. Der Einfluss von Charles Perraults Contes de ma Mère l'Oie auf die deutsche Volkskunst. Notizen zu den Kinder- und Hausgeschichten von Frater Grimm. ? Ulf Diederichs: Who's Who in Fairy Tales. dtv, München 1995, S. 181.

Der kleine Poucet.

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